CEO & Leadership BAROMETER 2025
CEO & Leadership Barometer 2025: 60-Stunden-Woche und keine Urlaubspause – Bürokratie als größtes Problem
- Führungskräfte sind in Sorge um den Wirtschaftsstandort und kämpfen für den Aufschwung
- Top-Prioritäten: Bürokratiebremse, Lohnkosten senken und länger arbeiten
- Drei Fünftel der Top-Manager:innen arbeiten mehr als 60 Stunden pro Woche – ein großer Teil auch am Wochenende und im Urlaub
Der Management Club und die führende Kommunikationsagentur Grünberger & Partner haben gemeinsam mit dem IMAS International Institut österreichische Top-Entscheider:innen für das CEO & Leadership Stimmungsbarometer 2025 befragt. Neben der aktuellen Stimmung und den wichtigen politischen Themen stand auch die Leistungsbereitschaft im Fokus der Erhebung: CEOs und Unternehmer:innen arbeiten intensiv daran, „ihre“ Unternehmen durch herausfordernde Zeiten zu navigieren.
Wien, 15. Oktober 2025 – Eine aktuelle Umfrage unter Österreichs Top-Manager:innen zeigt deren Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, erst langfristig überwiegt die Zuversicht. Das von IMAS International im Auftrag Management Club und Grünberger & Partner durchgeführte „CEO & Leadership Barometer 2025″ identifiziert Inflation und Kostensteigerungen sowie Bürokratie als größte Herausforderungen für Unternehmen. Die Befragung, an der 124 Eigentümer:innen, CEOs und Top-Entscheider:innen teilnahmen, ergab, dass kurzfristig für die nächsten 12 Monate vier von fünf Top-Manager:innen „die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich mit Skepsis oder mit großer Sorge“ betrachten. Mit längerem Zeithorizont nimmt die Zuversicht deutlich zu – für die kommenden 7 bis 9 Jahre zeigt sich immerhin die Hälfte der Untersuchungsteilnehmer.innen optimistisch und nur noch 22 % zeigen sich besorgt.
Bürokratie, überbordende Regularien und mangelndes Wirtschaftsverständnis
Als größte Probleme und Herausforderungen in der täglichen Arbeit nennen die Führungskräfte die Bürokratie, überbordende Regularien sowie mangelndes Verständnis für Wirtschaft in der Politik. Erst danach folgen wirtschaftliche Themen wie Personalkosten oder generelle Kostensteigerungen. „Der Standort Österreich steht vor großen Herausforderungen und es braucht neben konkreten Maßnahmen vor allem mehr Zuversicht, um Österreich wieder auf den richtigen Kurs zu bringen“, sagt Günther Ofner, Vize-Präsident des Management Club.
Die Bundesregierung sollte sich nach Einschätzung der Befragten vor allem für die Entlastung der Unternehmen bei der Bürokratie (76 %) sowie für die Senkung der Lohnnebenkosten (65 %) einsetzen. Als wichtigste wirtschaftspolitische Maßnahmen bewerten die Teilnehmer:innen die Bürokratiebremse (51 %) sowie Anreize für längeres Arbeiten in der Pension (34 %). Leistung soll belohnt werden, egal ob für Angestellte oder Selbständige, davon ist die Mehrheit der Vorstände und Geschäftsführer:innen überzeugt.
Arbeit an Wochenenden und Erreichbarkeit im Urlaub ist selbstverständlich
Bemerkenswert sind die Arbeitsgewohnheiten der Führungskräfte: Im Durchschnitt arbeiten drei Fünftel der befragten Manager:innen mehr als 60 Stunden pro Woche. (41 % zwischen 60 und 69 Wochenstunden, 17 % sogar mehr als 70 Stunden). Mehr als die Hälfte (52 %) arbeitet regelmäßig an Wochenenden und Feiertagen. Die Erreichbarkeit im Urlaub ist nahezu selbstverständlich – 63 Prozent sind „im Urlaub üblicherweise immer für Mitarbeiter:innen, Kund:innen oder Lieferant:innen erreichbar“ und 76 Prozent bearbeiten mindestens einmal täglich ihre Arbeits-Mails während der Urlaubszeit.
„Die Studie zeigt eindrucksvoll das große Engagement mit dem die Manager:innen den aktuellen Herausforderungen begegnen. 70 Stunden und mehr pro Woche sind schon jetzt keine Seltenheit. Daher wünschen sich die Unternehmer:innen und Manager:innen zurecht bessere Rahmenbedingungen, die den Unternehmen das Leben erleichtern“, erklärt Silvia Grünberger, Managing Partner von Grünberger & Partner.
Auch der Management Club unterstreicht die zentrale Rolle der Führungskräfte für Stabilität und Wachstum: „Die Top-Manager:innen in Österreich leisten Außergewöhnliches. Sie tragen entscheidend dazu bei, Unternehmen sicher durch wirtschaftlich fordernde Zeiten zu steuern und damit den Standort zu stärken. Dieses Engagement verdient mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung“, betont Günther Ofner, Vize-Präsident des Management Club.
Medienkonsum der Entscheider:innen enorm hoch
Zur Informationsbeschaffung über wirtschaftliche Entwicklungen nutzen die Führungskräfte hauptsächlich Fachmedien (68 %), Online-Medien (66 %) und Tageszeitungen (65%). Im Schnitt konsumieren die Entscheider:innen 5 verschiedenen Medien. Für die Verbesserung des Unternehmensimages halten sie Social Media (72 %) für am geeignetsten, deutlich vor Fachmedien (59 %) und Online-Medien (45 %).
„Führungskräfte wissen um die Macht der Medien, nutzen sie aber oft zu wenig für ihre eigene Positionierung. Wer in herausfordernden Zeiten Vertrauen aufbauen und Themenführerschaft übernehmen will, muss sichtbar sein – mit klarer Botschaft, Haltung und strategischer Kommunikation“, so Silvia Grünberger, Managing Partner von Grünberger & Partner.
Befragungsdesign:
Das „CEO & Leadership Stimmungsbarometer“ ist eine Trendmessung von Management Club und Grünberger & Partner und wurde von IMAS International im Zeitraum vom 1. bis 21. September 2025 als Online-Befragung durchgeführt. Die Rücklaufquote betrug 19,4 Prozent (124 von 640 Befragten), wobei 74 Prozent der Teilnehmer:innen männlich und 26 Prozent weiblich waren. Die Umfrageteilnehmer: innen sind im Schnitt 50+ Jahre alt und haben im Regelfall eine akademische Ausbildung. Das Ergebnis ist nicht repräsentativ.
Rückfragehinweis:
Peter Schiefer
Grünberger & Partner
Tel.: +43 67688066 210
Mail: Peter.Schiefer@gruenberger-partner.com
v.l.n.r. Walter Gupfinger, Geschäftsführer des Management Club, Günther Ofner, Vize-Präsident des Management Club, Silvia Grünberger, Managing Director von Grünberger & Partner, Paul Eiselsberg, Senior Research Director bei IMAS International, Peter Schiefer, Managing Partner von Grünberger & Partner,
